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„Risikokinder“. Eine Wissenschafts- und Gesellschaftsgeschichte der Schwangerschaft und Reproduktion in der Bundesrepublik

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"Risikokinder"

Das Projekt erforscht Auffassungen von Risiken in der Reproduktion sowie daran geknüpfte Vorstellungen der Prävention, wie sie sich in der Bundesrepublik von den 1950er bis 1990er Jahren herausbildeten und bis heute eine starke Prägekraft aufweisen. Ein Fokus liegt auf der häufig marginalisierten Perspektive von Aktivist:innen und Migrant:innen.


Im Kontext von Schwangerschaft und reproduktiver Gesundheit ist der Begriff des "Risikos" heute allgegenwärtig. Mögliche Umwelteinflüsse oder genetische Anomalien sind nur einige Beispiele solcher "Risiken", welchen mit spezifischen Strukturen der Gesundheitsvorsorge und Produkten zur Risikominderung entgegengetreten wird. Allerdings kam der Begriff “Risiko” erst in den 1960er Jahren in wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Debatten auf.

Ziel des Projekts ist es zu zeigen, auf wel­chen unterschiedlichen Wegen das Konzept des Risikos in den folgenden Jahrzehnten wissenschaftliche und klinische Praxis, Gesetze und Richtlinien veränderte, wie es auf politische Entscheidungsprozesse und öffentliche Meinungsbildung wirkte, auf welche Weise es von aktivistischen Gruppen verhandelt wurde und die Einstellung der Experten, Frauen und Familien zu Schwangerschaft, Reproduktion und zu dem ungeborenen Kind veränderte. In engem Zusammen­hang mit diesem Wandel in der Geschichte der Reproduktion steht der als me­dizinische Diagnose sowie als öffentlichkeitswirksames Schlagwort verwendete Begriff “Risikokind”.

Im Rahmen des Projektes werden Quellen in Bezug auf unterschiedliche soziale Gruppen, wie  medizinische Expert:innen, Aktivist:innen, Lobbying-Einrichtungen oder Betroffene historisch-kritisch analysiert. Parallel wird ein "Virtuelles Archiv von Quellen zur Reproduktiven Gesundheit" für den bundesrepublikanischen Kontext angelegt.


Projektinfos

Förderung: BMBF / DLR

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Nemec

Projektbearbeitung: Prof. Dr. Birgit Nemec, Kübra Göksel

Studentische Hilfskraft: Miriam Koppehl

Projektlaufzeit: 2019 – 2023

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Birgit Nemec

Professur für Geschichte der Medizin