Early Psychosis

"Psychiatric fringes – An historical and sociological investigation of early psychosis and related phenomena in post-war French and German societies"

  • Konzepte von "beginnender Schizophrenie" und Psychosen
  • histoire croisée als methodischer Zugang
  • ein deutsch-französisches Projekt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR)

 

 

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Das Projekt Early Psychosis

Psychosen, speziell die Schizophrenie waren Gegenstand einer Auseinandersetzung, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts sowohl in Frankreich als auch in Deutschland intensiv geführt worden ist.

Krankheitsbeginn, Symptomatik, Früherkennung sowie Prävention standen im Mittelpunkt der Debatten, die in den Konzepten von "beginnender Schizophrenie" (Conrad 1958), der "Basissymptome" (Gerd Huber, 1966/71), "Schizophrenie incipiens" (Henri Ey, 1955) oder der "Psychose froide" (Evelyne Kestenberg, 1972) ihren Ausdruck fanden.

Historischer Kontext

Wie diese Ideen um eine Early Psychosis in Deutschland und Frankreich miteinander ausgehandelt wurden, um eine zentrale internationale Rolle in der Medizin und Gesundheitspolitik von heute zu erhalten, wird das Projekt mit dem methodischen Zugang der histoire croisée, der Verflechtungsgeschichte, verfolgen. Der zeitgeschichtliche Kontext der im Zentrum stehenden Periode von 1950-1980 ist der der politischen Stabilisierung zwischen Frankreich und den beiden deutschen Staaten – DDR und BRD 1949 - während des kalten Krieges und der Ausbildung einer europäischen Identität bis 1980.

Materielle Grundlage der Forschung

Materielle Grundlage sind neben psychiatrischen Fachzeitschriften in Frankreich und Deutschland die Krankenakten der verschiedenen Schulen bzw. Universitätskliniken, die an der Prägung der konkurrierenden Denkstile und/oder Denkschulen (biologisch-genetisch, epidemiologisch, phänomenologisch) beteiligt waren.

Eine Oral History der maßgeblichen Psychiater und Psychologen sowie eine soziologische Feldstudie in Paris und Berlin werden den methodischen Zugang zur Geschichte und Bedeutung der Early Psychosis komplettieren.

Das Forschungsprojekt

Titel: "Psychiatric fringes – An historical and sociological investigation of early psychosis and related phenomena in post-war French and German societies"

Institut für Geschichte der Medizin der Charité:
Dr. phil. Emmanuel Delille | Dr. Lara Rzesnitzek
Leitung: Prof. Dr. Volker Hess

Université Paris Descartes-CERMES3:
Nicolas Henckes | Steeves Demazeux
Jean-Paul Gaudillière

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Agence Nationale de la Recherche (ANR)