Abschluss des Forschungsprojekts „Klinische Arzneimittelforschung in der DDR, 1961-1989“

Das Forschungsprojekt „Klinische Arzneimittelforschung in der DDR, 1961-1989“ ist seit März 2016 abgeschlossen. Die Ergebnisse können Sie detailliert im Abschlussband zum Forschungsprojekt nachlesen.

Darin finden Sie auch Übersichtstabellen der Hinweise auf klinische Prüfungen mit Westpräparaten für den Zeitraum der 1960er, 1970er und 1980er Jahre:

Volker Hess, Laura Hottenrott, Peter Steinkamp, Testen im Osten. DDR-Arzneimittelstudien im Auftrag westlicher Pharmaindustrie, 1964-1990, 272 Seiten, 17 x 24 mm, Broschiert März 2016, 26,– €, ISBN 978-3-95410-074-3. Der Band ist über den be.bra wissenschaftverlag oder den Buchhandel erhältlich: http://www.bebra-wissenschaft.de/verzeichnis/titel/712-testen-im-osten.html

Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats

Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt „Klinische Arzneimittelforschung in der DDR, 1961-1989“ am 15. März 2016

Die Abschlussveranstaltung zum Foschungsprojekt "Klinische Arzneimittelforschung in der DDR (1961-1989)" fand statt am 15. März 2016 von 10-13 Uhr in der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Die Forschungsgruppe stellte die Ergebnisse eines rund zweieinhalbjährigen Aufarbeitungsprojektes vor, in dem die Durchführung klinischer Arzneimittelstudien, die westliche Pharmahersteller in der DDR in Auftrag gaben, untersucht, historisch eingeordnet und ethisch bewertet wurden.

Programm

Klinische Arzneimittelforschung in der DDR, 1961-1989

Ein Forschungsprojekt des Instituts für Geschichte der Medizin der Charité, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, der Bundesärztekammer, den Landesärztekammern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Saarland, Sachsen , dem Verband forschender Arzneimittelhersteller, dem Bundesverband der pharmazeutischen Industrie und der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Projektlaufzeit Juni 2013 bis Dezember 2015

Ausgangsfrage

In der DDR wurden zwischen Mauerbau und Mauerfall etwa 500 Arzneimittelstudien im Auftrag westlicher Pharmaunternehmen durchgeführt. Diese staatlich kontrollierte und durch das Ministerium für Staatssicherheit beaufsichtigte klinische Auftragsforschung (contract research) war seit dem Mauerfall wiederholt Thema einer breiten Öffentlichkeit, obwohl über die Hintergründe, Vergabe und Planung, die Durchführung, Auswertung und Verwendung dieser Studien bislang wenig bekannt ist. Das Forschungsprojekt will zu einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion beitragen. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Einbeziehung aller verfügbaren Quellen (Bundesarchiv, BStU, Krankenblattarchive, Firmenarchive). Ergänzt und abgeglichen wird die archivalische Überlieferung mit Zeitzeugeninterviews.

Ziel

Das beantragte Vorhaben will mit der historisch-kritischen Aufarbeitung dieser Auftragsstudien

1. einen gesicherten Kenntnisstand/Überblick über diese Arzneimittelversuche herstellen

  • Erfassung aller in der DDR von Westfirmen in Auftrag gegebenen klinischen Arzneimittelstudien
  • historische Einbettung der Auftragsforschung in der DDR

2. die ethisch fragwürdigen oder problematischen Aspekte dieser Versuche identifizieren und beurteilen

  • exemplarische Fallstudien
  • bekannt gewordene Einzelfälle

3. die wissenschaftliche Unabhängigkeit garantieren und wissenschaftliche Aufarbeitung der Öffentlichkeit zugänglich machen

  • Wissenschaftlicher Beirat
  • technischer Begleitausschuss

4. ein kooperatives Forschungsnetzwerk für die Erforschung der Arzneimittelversuche etablieren

Aufbau eines Gesprächskreises

Koordinierung von weiteren Einzelstudien (Projektstruktur)

Postanschrift

Institut für Geschichte der  Medizin
Arzneimittelforschung DDR
Thielallee 71
14195 Berlin

Projektmitarbeiter

Laura Hottenrott
wiss. Mitarbeiterin

Peter Steinkamp
wiss. Mitarbeiter

Dr. Florian Bruns
wiss. Mitarbeiter

Lydia Stötzer
stud. Projektmitarbeiterin

Leitung:
Prof. Dr. Volker Hess

Laufzeit:
6/2013 - 12/2015